Wer ist eigentlich…Anja Tschernich?

Auf Anja Tschernich bin ich, um ehrlich zu sein, erst vor eingen Wochen aufmerksam geworden. Aber ich wußte relativ schnell, dass ich Anja mit ihren Bildern hier näher vorstellen möchte und dementsprechend freue ich mich, dass Anja einem Interview zugestimmt hat.

anja1Aufmerksam wurde ich auf Anja, aufgrund eines ihrer Mohnblumenbilder auf 500px. Aus botanischer Seite finde ich diese Pflanze sehr interessant, sodass mir natürlich Fotografien dieser Pflanze auch besonders gut gefallen. Aber irgendwie hat mir dieses Bild besonders gut gefallen, gerade der weichgezeichnete Horizont wirkt wirklich stimmig, obwohl ich kein Freund von künstlich eingesetztem Weichzeichner bin. Der Blick wird dadurch sehr schön auf der Vordergrund, sprich die Mohnblumen gelenkt. Die kühlen Farben im Himmel und die warmen Farben im Vordergrund sind auf den ersten Blick sehr gegensätzlich, aber beim längeren betrachten ist die Mischung aus unterschiedlichen Farbtemperaturen einfach perfekt und paßt wunderbar zu diesem Motiv. Es wirkt dadurch sehr stimmungsvoll.

Aus diesem Grund, habe ich mir Anja’s Galerie etwas näher betrachtet, ich habe mir ihre Aufnahmen sogar ziemlich lange betrachtet und habe eine fülle wirklich sehr beeindruckender Aufnahmen entdeckt. Ich kann nicht sagen warum, aber einige ihrer Bilder haben mich direkt an Salvador Dalí erinnert. Er ist mein absoluter Lieblingskünstler und schon fast ein Gott in der Kunst. Ich Liebe seine Werke einfach nur. Ich kann nicht sagen, warum ich Anja’s Bilder mit den Werken von Salvador Dalí vergleiche, vielleicht liegt es an den Farben oder am Surrealismus, der Punkt ist, dass ist Anja’s Aufnahmen in gleicher Weise faszinierend finde, wie von Salvador Dalí und das soll schon etwas heißen.

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In diesem Zuge ist mir aufgefallen, dass Anja in ihren Bildern, sehr viel mit exotischen Tieren arbeiten, Eisbär, Pinguin und sehr oft mit Elefanten. Ich finde die Auswahl dieser Tiere auch sehr interessant, man merkt, dass sich Anja Gedanken darum macht, weshalb sie gerade dieses Tier auswählt. Es kann natürlich auch sein, dass der Elefant oder die anderen Tiere, ihr Lieblingstier ist, das möchte ich nicht abstreiten, aber es paßt einfach in ihr Bild. Nun fragt man sich womöglich, was denn daran passen soll, ein Eisbär oder Pinguin in einer Wüste vor einer roten Fußgängerampel. Man kann nur schwer Worte finden, aber es paßt einfach und ich wüßte beim besten Willen nicht, durch welche Tiere man sie ersetzen sollte. Durch ein Wüstenfuchs? Nein, das wirkt doch wieder langweilig und regt nicht zum denken kann. Apropos denken, denkt doch mal einer nach, aufgrund der ganzen Klimasituation, findet man den Eisbären womöglich wirklich mal in einer Wüste vor…Aber nun bin ich ziemlich vom Thema abgekommen. Auf Anjas Portfolio befindet sich jede Menge weiterer erstklassiger Aufnahmen, die wirklich zum Nachdenken anregen und eine gewisse Freiheit, Unabhängigkeit ausdrücken.

Falls ihr euch selbst ein Bild von Anja machen wollt, so besucht doch mal ihr Portfolio, ein Blick lohnt sich auf jeden Fall.
Webseite, 500px

Und nun folgt ein kleines Interview, welches ich mit Anja geführt habe.

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Um den Einstieg zu erleichtern, würde ich dich bitten, dich kurz vorzustellen
Mein Name ist Anja Tschernich. Ich bin 28 Jahre alt und lebe derzeit in Premnitz, einer Kleinstadt im Land Brandenburg nahe Potsdam. Als PR- und Marketingmanagerin bei einem mittelständischen Unternehmen habe ich auch beruflich viel mit Fotografie und Bildbearbeitung zu tun, die, neben der klassischen Reiterei, meine größten Hobbies darstellen.

Wann und wodurch bist du zur Fotografie gekommen?
Spaß an der Fotografie hatte ich eigentlich schon immer. Das richtige Interesse an der Fotografie und vor allem die Leidenschaft fürdie Bildbearbeitung entstanden eigentlich erst durch meine Praktika im Grafikbereich in verschiedenen Firmen während meines Studiums, wo ich mit Photoshop, CorelDraw und Freehand arbeiten musste. Hier habe ich erfahren, was man damit alles so zaubern kann.

Gibt es eine Person die dich inspiriert?
Es gibt eigentlich keine einzelne Person, die mich inspiriert, sondern eher die Vielfalt an Bildern auf Flickr oder 500px an sich. Ich stelle immer wieder fest, dass ich nicht immer den gleichen Stil favorisiere, sondern dies immer stimmungsabhängig tue. Meine Inspirationen finde ich hin und wieder dort,zumeist aber in meinem Umfeld oder aber mal in der Musik, wobei dies immer zufällig geschieht. Manchmal wache ich sogar nachts auf und habe ein bestimmtes Bild im Kopf. Aber es gibt schon einige Personen, deren Bilder mich immer wieder faszinieren. Das sind derzeit z.B. Brooke Shaden (http://www.flickr.com/photos/brookeshaden/), Bernd Zeisberg (http://www.flickr.com/photos/zeisberg/), Dirk Wüstenhagen (http://www.flickr.com/photos/dyrkwyst/) oder Alex Arnaoudov (http://www.flickr.com/photos/alexarnaoudov/), um nur Einige zu nennen.

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Was motiviert dich an der Fotografie, bzw. wodurch motivierst du dich selbst?
In erster Linie fotografiere und bearbeite ich meine Bilder, weil ich selbst Spaß daran habe. Klar, freue ich mich über jedes Kommentar in den jeweiligen Communities, doch letztendlich müssen mir meine Bilder selbst gefallen. Besonders motivierend ist es für mich, wenn mir auf einmal irgendwelche Ideen in den Kopf schießen und ich es dann auch schaffe, sie umzusetzen, sei es fotografisch oder aber bearbeitungstechnisch. Wichtig ist, dass es mir Spaß macht, mich damit zu beschäftigen. Dabei bin ich oft sehr kritisch mit mir selbst, aber nur durch Üben wird man eben besser – Testen und Ausprobieren gehören eben dazu. Besonders spannend ist dies, weil ich nie weiß, wohin der Weg geht. Durch Probieren eröffnen sich meist ganz besondere Effekte und Eindrücke, die mich immer wieder überraschen. Das ist das, was mich immer wieder motiviert, weiter zu machen.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und warum hast du diesen ausgewählt?
Ich kann mich schlecht nur einem Stil zuordnen. Meine Bilder sind vielseitig und immer stimmungsabhängig. Mal stehe ich total auf Makrofotografie und natürliche Motive, mal kreiere ich nur Fotomontagen, surrealistische oder konzeptuelle Bilder. Dabei variieren meine Bilder von fröhlichen Kompositionen bis hin zu melancholischen Themen – je nachdem, worauf ich gerade Lust habe.In meinen Bildern erschaffe ich so meine eigene persönliche Welt und meinen eigenen Stil. Manchmal spiegeln meine Bilder auch meine aktuelle Stimmung wider.

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Wie lautet die Botschaft die in deinen Bildern steckt?
Meine Bilder sollen die Welt so darstellen, wie ich sie sehe oder Dinge aufzeigen, die man sonst einfach übersieht. Manche meiner Bilder sind oft ziemlich farbig, aber das tue ich bewusst, denn sie spiegeln meinen derzeitigen Gemütszustand wieder. Warum soll man die Welt immer so (negativ und grau)darstellen, wie viele sie sehen? Warum nicht zeigen, wie schön die Welt sein kann, wenn man einmal bewusst darauf achtet? Außerdem möchte ich Traumwelten erschaffen, die es dem Betrachter ermöglichen, einzutauchen, sich seiner Fantasie hinzugeben und seinen Gedanken freien Lauf zu lassen.

Gibt es weitere Bereiche in der Fotografie die dich faszinieren und die du gerne neu für dich entdecken möchtest?
Die Makrofotografie finde ich im Moment sehr spannend. Da möchte ich noch tiefer hinein tauchen. Außerdem möchte ich verstärkt Menschen fotografieren, aber nicht auf herkömmliche Weise, sondern eher, um surrealistische Bilder zu erschaffen. Hier wird also die Bildbearbeitung wieder eine große Rolle spielen.

Welchen Einfluss hat die Fotografie in deinem Leben?
Fotografie ist bei mir allseits präsent. Seit Jahren kann ich kaum noch unbefangen durch die Welt gehen. Immer wieder habe ich „Das wäre jetzt ein schönes Foto!“ im Kopf. Wo immer es geht, begleitet mich meine Canon EOS 40D. Da sie recht groß und schwer ist, kann ich sie leider nicht überall mitnehmen. In solchen Fällen ist aber immer meine alte Sony DSC P-100 dabei!

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Gibt es einen Moment an den du dich besonders gerne erinnerst?
Besonders gern erinnere ich mich an eines meiner ersten richtigen Fotoshootings mit einer Freundin in den Feldern nahe Hannover. Hier haben wir im Sonnenuntergang ganz fantastische Bilder machen können. Eine Vielzahl meiner Bilder aus dieser Zeit ist in der Nähe von Hannover entstanden, wo ich zwei wunderbare Jahre verlebt habe und an die ich mich immer wieder gern erinnere. Viele dieser Fotos dienen mir heute als „Stock“-Fotos für meine Montagen. Besonders erfreut hat mich auch die Veröffentlichung eines meiner Fotos in der regionalen Presse zum Thema Frauentag (das war übrigens auch ein Bild aus dem besagten Fotoshooting mit meiner Freundin).

Wie stehst du zur Bildbearbeitung und welchen Einfluss hat diese auf deine Bilder?
Es gibt viele Anhänger der Bildbearbeitung, aber auch viele Gegner. Ich stehe irgendwo dazwischen. Es gibt Aufnahmen, da ist eine Bildbearbeitung einfach nicht vonnöten, da das Bild selbst schon gut genug ist. Dann hat man manchmal Bilder, in denen bestimmte Elemente nicht so gut dargestellt sind (z.B. Farben). Hier kann man z.B. mit Photoshop etwas nachbessern. Und dann gibt es Themen, die man fotografisch einfach nicht darstellen kann, wie z.B. surrealistische Bilder. Hier kann man mit Bildbearbeitung und Montagen Unglaubliches vollbringen. Ich habe eine große Leidenschaft für die Bildbearbeitung, eben um bestimmte Effekte, Stimmungen oder auch surrealistische Themen zu erzeugen. Zudem hilft mir die Bildbearbeitung Dinge zu übertreiben, wenn ich die Welt auf eine ganz bestimmte Weise darstellen will. So ziemlich alle meiner Bilder sindeinmal mit Photoshop angefasst worden. Für mich stellt die digitale Bildbearbeitung daher eine tolle Möglichkeit für Fotografen dar, ihre Fotos weiterzuentwickeln und sich auf besondere Weise auszudrücken.

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Was hast du für die Zukunft geplant?
Ich möchte sehr gern einmal einen professionellen Fotokurs besuchen, um die Funktionalitäten meiner Kamera richtig zu erfassen. Bisher arbeite ich meist basierend auf Erfahrungen, habe aber leider von den technischen Einstellungen wenig Kenntnisse (einlesen ist mir viel zu langweilig, ich probiere lieber aus). Mein Traum wäre außerdem ein kleines eigenes Fotostudio bzw. eine kleine „Fotoecke“ z.B. für Portraitfotos usw.
 
Wo siehst du dich in 20 Jahren?
Mein Traum wäre es, mein Hobby teilweise zum Beruf zu machen. Ein Stück weit habe ich dies schon geschafft, da ich in meinem jetzigen Job für die Produktfotografie des Unternehmens zuständig bin und schon einige Shootings hinter mir habe. Auch für private Zwecke wurde ich schon „gebucht“. Das darf gern noch mehr werden, weil ich großen Spaß daran habe ;)
 
Vielleicht ein paar abschließende Worte
Die Fotografie ist eine hervorragende Möglichkeit, sich selbst, die aktuelle Gemütslage sowie Gefühle und Emotionen auszudrücken. Fotografie ist Kunst,zugleich aber auch Spiegel der Wirklichkeit. Fotos regen an zum Hinterfragen, zum Nachdenken, wenn man es denn zulässt. Bilder vereinen Nationen, sie überwinden Grenzen zwischen verschiedenen Kulturen und unterschiedlichen Sprachen. Bilder wecken Emotionen, schaffen Freundschaften. Sie sind eine großartige Möglichkeit, sich auszudrücken.Nicht ohne Grund gilt „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte!“

Liebe Anja, ich danke dir nochmals recht herzlich für dieses tolle Interview. Für die Zukunft und natürlich auch aus fotografischer Sicht, wünsche ich dir alles Gute und dass dein Traum, deines Fotostudios in Erfüllung geht. Ansonsten bin ich gespannt, was du uns als nächstes präsentierst!

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