Island Tag 5 – Borgarnes

Heute habe ich meine Unterkunft in Reykjavik verlassen und bin etwa 90 km weiter in den Norden gefahren, nach Borgarnes. Der Wind von gestern war heute stellenweise nochmal heftiger als gestern. Die Straße in Reykjavik die entlang des Wassers führt, war richtig vereist, also der Fußgängerweg. Aber immerhin trieb der Wind das Wasser einem nicht ins Gesicht, sodass ich wenigstens eine Aufnahme von der Sonnenfahrtskulptur machen konnte. Zudem hatte ich das Glück, dass die Aussicht relativ klar war und man die Berge im Hintergrund schön sehen konnte. Die einzig blaue Stelle im Himmel war ebenfalls direkt über der Skulptur, sodass eine schöne Aufnahme entstanden ist.

Übrigens heute war es den ganzen Tag so kalt, das war kaum auszuhalten. Ein Beispiel: Die Scheiben am Auto waren dermaßen dreckig, sodass diese mal geputzt werden mussten. Da die Scheibenwaschanlage wohl scheinbar eingefroren war, nahmen wir eine Flasche Wasser und schütteten die auf die Scheibe. Das Wasser ist direkt zugefroren und die Scheiben waren noch dreckiger, soviel zur Kälte hier. Da ich gerade beim Thema bin, ich hatte leider am Abend zuvor vergessen meine Flasche Wasser aus dem Handschuhfach zu nehmen. Die Flasche war samt Inhalt eingefroren, nach etwa 5 Stunden Fahrt, war die Flasche noch immer eingefroren. Das gemietete Auto, ein Toyota RAV 4 ist wirklich nicht zu empfehlen. Das Auto ist einfach nicht wirklich abgedichtet, im Fußraum zieht es und aus dem Türgriff kommt ebenfalls die Kälte hinein. Kaum lässt man das Auto für ein paar Minuten stehen, kühlt es richtig direkt wieder ab. Zudem funktioniert die Heizung nur sporadisch, d.h. entweder kommt warme oder kalte Luft aus der Belüftung. Wenn ich überlege, dass einige sich kein Hotelzimmer mieten, sondern im Auto schlafen, na viel Spaß, mit einem Toyota ist das garantiert nicht zu empfehlen.

Zudem ist das Auto nicht unbedingt für den starken Sturm hier ausgerüstet, unterwegs haben wir beinahe eine Dichtung der hinteren Seitentür verloren, die hing nur noch vor sich her. Plötzlich hörte man bei etwa 90 km/h laute Schläge. Die erste Vermutung war, dass wir etwas verloren haben, wie zweite Vermutung war, dass wir über Steine gefahren sind, die dann aufgewirbelt wurden. Alles falsch! Wie sich herausstellte, drücke der Wind dermaßen  gegen die Abdeckung vom Tankdeckel, dass dieser diese Schläge verursacht hat.

Nun denn, weiter geht die Reise. Kurz vor Akranes hat man die Auswahl, entweder man fährt durch einen Tunnel, dieser ist laut ADAC Test von 2010 der unsicherste Tunnel von Europa, oder man fährt entlang der Bucht und riskiert einen Umweg von etwa 50 km. Da ich noch jede Menge Zeit hatte um im neuen Gästehaus zu sein, bot sich also der Umweg an. Dort gab es kleinere Wasserfälle, die jedoch dank des Wetters zugefroren waren. Auf dem Wasser schwammen kleinere und größere Eisplatten vor sich hin. Nach dem Umfahren der Bucht sah man plötzlich eine herrenlose Horde Islandpferde, die rannten recht wild quer über die Straße. Das war auch das einzige Highlight bisher. In Borgarnes angekommen, folgte zunächst ein kleine Rast. Man konnte die Leute recht gut beobachten und es ist der Wahnsinn.  Die Menschen hier laufen wirklich nur mit einem Pullover umher, oder mit T-Shirt und Jacke und das bei dem Wetter. Ok bei -7° kann man in der Tat schnell aus dem Auto springen und schnell in Haus gehen. Aber bei dem Wind sind das keine -7° mehr, sondern -15° oder sogar noch mehr. Ich habe dann eine Frau beobachtet, sie hatte ein T-Shirt an und einen Pullover ähnliche Jacke an, die war natürlich offen. Dann holte sie ihr kleines Baby aus dem Auto, das Baby hatte kaum Haare auf dem Kopf, aber dem Wind schien dem Kind nichts aufzumachen, es strahlte förmlich. Es ist daher in der Tat kein Wunder, dass es hier kaum Krankheiten gibt.

Da wir noch etwa eine Stunde Zeit hatten, bevor wir ins Gästehaus durften, sind wir ein Stück weiter gefahren und haben gut geeignete Standorte für Polarlichter gesehen. Leider ist hier das nächste Wolkenloch für Samstagnacht vorhergesagt, sodass sich das wohl mit den Polarlichtern für diese Reise erledigt hat, denn am Samstag bin ich wieder in Keflavik und zwar ohne Auto.

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…blauer Himmel, Sonne und eisige Kälte…

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…selbst Wasserfälle frieren zu…

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…überall Eis und Schnee…

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…vier Tage später war vom Eis keine Spur mehr…

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…die ewige Fahrt…

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…eine Insel mit zwei Bergen und vielen mehr…

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…Selbstportrait…

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