Photowalk – Frankfurt Mainufer

Desöfteren werde ich von befreundeten Fotografen oder auch nur Neugierigen angesprochen, welche Standorte besonders gut geeignet sind, um entsprechend gute Fotos zu erstellen. Frankfurt bietet mit seiner Skyline wirklich eine Fülle von sehr interessanten Standpunkten, sei es am Mainufer oder auch in der Innenstadt. Nun gut, in diesem Photowalk möchte ich diverse Standpunkte am Mainufer etwas näher vorstellen und zudem möchte ich weitere grundlegende Informationen darstellen, um zu dem perfekten Skylinebild zu gelangen.

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Allgemeines:
Grundsätzlich kann man in Frankfurt zu jeder Tages- und Nachtzeit sehr interessante und impulsive Aufnahmen erstellen. Der besonders Reiz der Stadt liegt jedoch mehr in den Nachtaufnahmen bzw. in den Aufnahmen die zur Blauen Stunde, d.h. kurz nach Sonnenuntergang erstellt werden. Die Stadt mit ihren zahlreichen Hochhäusern, erinnert ein wenig an Manhatten, nicht ohne Grund wird Frankfurt auch Mainhatten genannt. Wenn man sich dann nun die ganzen Lichter der Hochhäuser so betrachtet, gerät man schon ins Schwärmen und man kommt sich hin und wieder tatsächlich vor, als sei man in Manhatten. Empfehlenswert ist daher also ein Tagesausflug, wodurch man Eindrücke am Tag und am Abend sammeln kann.

Jahreszeit:
Auch bei der Jahreszeit gibt es in Frankfurt einiges zu beachten. Die Jahreszeit hängt nämlich ein wenig davon ab, welche Art von Bildern man erstellen möchte. Bei Tagesaufnahmen eignet sich natürlich der Frühling oder Sommer, durch das satte grün der Blätter wirkt die Stadt sehr harmonisch. Aber auch der Winter kann seinen Reiz haben. In den letzten Jahren lag doch vermehrt Schnee am Ufer und durch die geschlossene Schneedecke am Ufer entsteht ein winterliches Gefühl.
Bei Nachtaufnahmen kann ich den Herbst und Winter empfehlen, sprich von November bis März. Der Grund liegt einfach darin, dass es in diesen Monaten besonders früh dunkel wird und dementsprechend die Büros noch voller arbeitender Menschen vorzufinden sind. Das bedeutet, dass die Lichter der Hochhäuser angeschaltet sind und dies auf den Bildern sehr viel lebhafter wirkt. Hier findet ihr ein Beispiel, die rechte Aufnahme wurde Ende Mai gegen 21h erstellt, man sieht zwar eine tolle Skyline, aber es sind noch kaum Lichter vorhanden, die Häuser wirken tot. Das linke Bild hingegen wurde zu Beginn des Jahres gegen 17h erstellt, hier sind deutlich die beleuchteten Büros zu erkennen. Das rechte Bild wirkt sehr viel lebhafter und interessanter.

vergleich_sommer_winter_in_frankfurt

Equipment:
Die Ausrüstung hängt ein wenig von den Vorlieben ab, in der Innenstadt ist man mit einem Weitwinkelobjektiv am besten bedient. Am Mainufer hingegen findet je nach Standort von 12 mm bis hin zu 200 mm alles seine Verwendung. Aber natürlich hängt dies alles von seinen künstlerischen Vorlieben ab. Auch wenn es nicht so danach aussieht, empfehle ich ein leichtes Teleobjektiv einzustecken.

Tipps zum Standort:
Oftmals kann man sich nicht spontan für einen Standort entscheiden. Je nach Wetterlage, fallen bereits einige Standorte weg. In der Beispielaufnahme links, sieht man den Dunst recht deutlich. In solch einem Fall empfiehlt es sich, sich im Bereich zwischen der Untermainbrücke sowie dem Eisernen Steg aufzuhalten, da hier die Entfernung zur Skyline recht gering ist und somit der Dunst auf den Bildern nicht zu stark ausgeprägt ist. Im Vergleich dazu ist beim rechten Bild die Luft so klar, dass selbst von der Deutschherrnbrücke kein Dunst zu sehen ist.

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Desweiteren empfehle ich auf die Beleuchtung der Brücke zu achten. Leider sind in Frankfurt oft die Lichter der Brücken defekt und das ist teilweise schon gravierend auffällig. Die Beleuchtung der Brücke wird bereits sehr früh angeschaltet, sodass man schnell noch den Standort wechseln kann, sofern die Beleuchtung defekt ist.

Sonstiges:
Was gibt es sonst zu erwähnen? Man sollte sich nicht von den zahlreichen Joggern und Radfahrern, die am Mainufer ihre Runden drehen, abschrecken lassen. Die gehören einfach zum Stadtbild dazu und sind in der Regel auch sehr zuvorkommend und nicht weiter störend. Ab und an trifft man auch auf gleichgesinnte oder einfach nur auf neugierige Menschen, die einen Fragen, was man denn da treibt o.ä. Auf pöbelnde Menschen bin ich bis dato noch nie gestoßen, aber dass soll nicht bedeuten, dass es die in Frankfurt nicht gibt, ich habe sie bisher nur noch nicht gefunden.

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Standpunkte am Mainufer
Westhafen mit Main-Neckar-Brücke:
Flussabwärts beginnt die Fototour am Westhafen von Frankfurt, dort befindet sich eine Eisenbahnbrücke (Main-Neckar-Brücke) mit einem Fußgängersteg. Vom Steg aus schaut man Richtung Osten, der Blick führt einen primär zum Heizkraftwerk, dahinter befindet sich die Skyline. Ich empfehle aufgrund der vorbeifahrenden Züge, keine all zu langen Langzeitbelichtungen. Um die Wintersonnenwende ist dieser Standpunkt auch besonders gut geeignet um zu Sonnenaufgang wunderbare Bilder der Skyline zu erstellen.

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Westhafen mit Friedensbrücke:
Weiter flussaufwärts erreicht man nun über den Theodor-Stern-Kai die Friedensbrücke. Am Abend ist die Brücke sehr schön beleuchtet, verstärkt durch blaue leuchtende Röhren ist das schon ein kleiner Blickfang. Direkt in Brückennähe befindet sich der Westhafen Tower. Durch diese neu sanierte Brücke und die interessant anzuschauende Fassade des Westhafen Towers, kommt das ehemalige Hafengelände gut zur Geltung. Als kleinen Tipp, das Gelände um den Westhafen Tower bietet eine interessante Architektur.

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Holbeinsteg:
Am Schaumainkai befindet sich nun einer meiner persönlichen Lieblingsstandorte, der Holbeinsteg. Die Brücke ist eine reine Fußgängerbrücke, sodass lange Belichtungen auf der Brücke soweit keine Probleme darstellen sollten. Rund um die Brücke können zahlreiche Aufnahmen erstellt werden, Weitwinkelfreunde kommen hier auf ihre Kosten. Als besonderes Highlight ist das Union Investement Gebäude, was sich am gegenüberliegendem Ufer befindet. Dieses wird zur Nacht hin Blau angestrahlt wodurch eine besondere Bildwirkung erzielt wird. Wie man an Hand der Bilder schon erahnen kann, liegt der Schwerpunkt des Motiv’s wirklich nur auf der Brücke und nicht zwangsläufig auf der Skyline, diese gerät hier eher in den Hintergrund.

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Untermainbrücke:
Um nun der Skyline näher zu kommen, führt der Weg zunächst in Richtung Untermainbrücke. Bereits auf dem Weg dorthin, findet man interessante Motive. Durch ein 180° Panorama, lassen sich beide Brücken elegant in Szene setzen.
An der Untermainbrücke steht man nun direkt vor der Skyline. Am Ufer kann von links und rechts von der Brücke, die Skyline gekonnt in Szene gesetzt werden. Mit ein wenig Glück ist das Wasser so glatt, sodass eine feine Spiegelung machbar ist. Die Brücke ist im Übrigen für Autos freigegeben, steht man auf der Brücke, können am Abend durch die fahrenden Autos, interessante Leuchteffekte erzielt werden. Empfehlenswert sind hier Brennweiten unter 50mm.

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Eiserner Steg:
Der Eiserne Steg ist eines der Wahrzeichen Frankfurts schlechthin. Der Eiserne Steg mit der Skyline im Hintergrund ist wohl das Postkartenmotiv schlechthin. Auch wenn das Motiv schon oft fotografiert wurde, kann man wohl schlecht daran vorbei laufen, ohne nicht ein Bild erstellt zu haben. Von dem Standpunkt aus, bietet sich ebenfalls ein sehr interessanter Blick auf den Dom, sowie die wunderschöne Fassade des Historischen Museums. Leider finden derzeit Sanierungsmaßnahmen statt, sodass Baukräne derzeit das Bild schmücken. Ansonsten ist es problemlos möglich, sich mit Sack und Pack auf die Brücke zu stellen, man ist schließlich nicht der einzige Fotograf. Auch hier sind Brennweiten unter 50mm zu empfehlen.

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Alte Brücke:
Von der Alten Brücke aus hat man einen recht interessanten Blick auf die Skyline, Dom und die Innenstadt. Die Brücke hat jedoch einen großen Nachteil. Dadurch, dass diese so alt ist und noch dazu Fahrzeuge über die Brücke fahren, wackelt die Brücke so sehr, dass es recht schwierig ist gute Aufnahmen zu machen.

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Ignatz-Bubis-Brücke:
Nun kommen wieder interessante Standpunkte ins Spiel. Von der Ignatz-Bubis-Brücke schaut man direkt auf die Alte Brücke und die dahinterliegende Skyline, sowie den Dom. Der Blick richtet sich Richtung Westen, wodurch das Motiv durch den Sonnenuntergang noch stärker hervorgehoben wird.

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Flößerbrücke:
Liegt kein oder nur sehr wenig Dunst in der Luft, empfehle ich in jedem Fall die Flößerbrücke. Durch den Dunst, kann das Bild schnell eine Art „Schleier“ bilden und das sieht unschön aus. Von der Brücke aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Ignatz-Bubis-Brücke. Man sollte sich ziemlich mittig auf die Brücke stellen und ein leichtes Teleobjektiv zur Hand haben, wobei ich auch bereits Aufnahmen 17 mm KB erstellt habe und man somit die komplette Brücke abbildet.

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Deutschherrnbrücke:
Die Deutschhernbrücke kann ich nur empfehlen, wenn wirklich klare Luft vorliegt, wie es bei starken Minusgraden der Fall ist. Die Luftlinie zur Skyline beträgt hier weitaus mehr als 1000 m, sodass sich Dunst in der Luft sehr schnell bemerkbar macht. Auf der Brücke sollte man einige Zeit verweilen. Durch die zahlreichen Jogger und vorbeifahrenden Züge kommt es sehr schnell zu verwackelten Aufnahmen.

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Osthafenbrücke
Seit einiger Zeit ist die Osthafenbrücke für Autos und Fußgänger freigegeben. Auch ich war schon öfter auf dieser Brücke und habe einige tolle Aufnahmen gemacht. Auf der Brücke eignen sich vorzugsweise lange Brennweiten, ansonsten geht die Skyline meiner Meinung nach etwas unter. Allerdings sind hier den künsterlischen Freiheiten keine Grenzen gesetzt. Die nachfolgenden Bilder zeigen einen Vergleich mit 32mm Brennweite und 200mm Brennweite im Hochformat.

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Gerbermühle
An der Gerbermühle in Richtung Offenbach befindet sich ein kleiner Anlegersteg von dort aus ist es ebenfalls möglich die Skyline zu fotografieren. Allerdings sind hier wirklich Brennweiten von mehr als 135mm zu empfehlen, da Büsche und Bäume das Bild nur stören. Hier lohnt sich ein Blick definitiv und während der Luminale konnte ich einige tolle Aufnahmen machen.

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Ich hoffe ich konnte euch mit diesem kleinen Photowalk einen guten Überblick über die verschiedenen Standorte geben und freue mich über jegliche Kommentare, Anregungen und Verbesserungsvorschläge.

Stichwörter: Frankfurt, Skyline, Photowalk, Fotostandort, Hiacynta Jelen

9 Kommentare
  1. Bernd Layer
    Bernd Layer says:

    Vielen Dank für die tolle Beschreibung und die vielen Tips.
    Für ortsunkundige ist das eine tolle Hilfestellung.

    Viele Grüsse

    Bernd

    Antworten
  2. pbpho2
    pbpho2 says:

    Super Sache,

    ich war gerade so (!) kurz davor, im DSLR-Forum im Thread zur Frankfurter Architektur danach zu fragen, ob jemand ein paar Location-Tipps für ortsfremde hat; einfach so just in case, falls man mal in Frankfurt vorbeikommen sollte.

    Dein Post kam also genau zur richtigen Zeit!
    Danke!

    Hab‘ mir erlaubt, das ganze mal als PDF auf meiner Festplatte zu archivieren, ich hoffe das stört nicht…?

    Antworten
  3. Brigitte Dürr
    Brigitte Dürr says:

    Diese Fotos von Ffm sind traumhaft schön – ich bin absolut begeistert.
    Und besonders großartig ist die Standortangabe – auch wenn ich nie so gute Fotos hinbekomme, diesen Ausflug mache ich auf jeden Fall mal!
    Grüße und großen Dank

    Antworten
  4. Richard
    Richard says:

    Toller Artikel! Ich denke ich muss dringend mal öfter Abends nach Frankfurt:). Könntest du mir verraten, mit welchem Programm du die Bilder bearbeitet hast? Die Farben sind unglaublich!

    Antworten

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  1. […] Mein bisher wichtigster Blogartikel war… Wenn es rein um die Besucherzahlen geht, dann mein Testbericht zum Sigma 35 1.4. Für mich persönlich jedoch mein Beitrag zum Photowalk am Frankfurter Mainufer. […]

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