Brüssel

Hallo,

ich bin nun wieder zurück aus Brüssel und möchte ein kleines Statement zur Stadt ect. abgeben.
Nun ja, gestern früh gegen 8.45h ging es dann Richtung Autobahn. Die Fahrt bis nach Köln lief problemlos und ging auch sehr schnell vorbei. Übrigens, der Kölner Dom steht noch :) Anschließend ging es dann auf die A4 in Richtung Aachen, kurz vor Aachen musste aufgrund fehlender Beschildung ein kleiner Umweg gemacht werden, aber das war soweit kein Problem. Das Schild in der die Richtung von Brüssel angezeigt wurde, haben wir dann auch sehr schnell wieder gefunden. So und wer von euch schon einmal in Aachen war, der weiß, dass es nur noch ein Katzensprung bis nach Holland bzw. Belgien ist. Zunächst einmal ging es jedoch nicht nach Belgien, sondern nach Holland, genauer gesagt nach Maastricht.

Der erste Eindruck von Maastricht, war leider nicht so toll, wie soll ich sagen, mir hat dieser berühmte „wow Effekt“ einfach gefehlt. Aber was will man erwarten, wenn man direkt von der Autobahn in eine Stadt fährt, dann ist die Gegend eben alles andere als schön. Aber es ging nun weiter und siehe da, nach und nach entdeckten wir kleine Häuser in einem wunderbaren französischen Stil kombiniert mit einem Englischen Garten als Vorgarten. Das war schon wirklich sehr beeindruckend und ich hätte im ersten Moment auch gar nicht gedacht, dass mich noch so etwas erwartet. Die Häuser waren wirklich wunderschön, eins schöner als das andere. Aufgrund der  verwendeten roten Ziegelsteine bzw. Klinker hat man wirklich ein sehr stilvolles Haus. In der Regel waren die Häuser alle freistehend, aber es gab in Maastricht eine Gegend, an der die Häuser wirklich direkt nebeneinander standen. Das war auch sehr schön anzusehen, wie die verschiedenen Bauformen miteinander kombiniert werden. In diesem Augenblick hat mich das alles an eine kleine Promenade an einer Hafenstadt erinnert, ich hatte jeden Augenblick das Gefühl, dass man sich irgendwo am Meer befindet. Nur leider gibt es in Maastricht kein Meer, sondern „nur“ die Maas.

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Völlig beeindruckt von diesem Erlebnis ging es dann also weiter Richtung Brüssel. Zunächst fuhren wir auf einer Landstraße weiter und siehe da links und rechts gab es schon wieder diese wunderbaren Landhäuser. Hinter diesen Häusern war nur offenes Feld zu sehen, soweit man schauen konnte nur Wiesen und Felder, einfach unglaublich. Mich hat es dann auch nicht mehr gewundert, dass man schätzungsweise 15 Antiquitätengeschäfte gesehen hat. Von der Inneneinrichtung sind diese Häuser wohl sehr Stilgerecht und passend eingerichtet.

Irgendwann war uns das Tempo 70 Limit jedoch zu langweilig, immerhin hatten wir auch schon 4 ½ Stunden Fahrt hinter uns und irgendwann wollten auch mal endlich in Brüssel ankommen. Also ging es dann Richtung Autobahn, oder besser gesagt zur E40. Komischerweise wollte und das Navigationsgerät einfach nicht auf die Autobahn lotsen. Ganz im Gegenteil, laut diesem Gerät sollten wir unbedingt weiter auf der Landstraße fahren, aber dazu später mehr.
Bei meinen anschließenden Recherchen habe ich gesehen, dass die E40 fast in die Mongolei führt, sie endet in irgendeiner Stadt in Kasachstan. Die E40 ist somit die längste Europastraße!
Wie es der Zufall aber so will, sind wir gerade das Stück auf der E40 entlang gefahren, an der gerade Bauarbeiten stattfanden, bzw. es wurde einfach eine Fahrspur geklaut und siehe da, wieder nur Tempo 70. Jetzt könnt ihr euch auch denken, warum das Navigationsgerät sich geweigert hat uns auf diese Autobahn zu führen. Manchmal sollte man also doch mal auf sein Navigationsgerät hören…

Wir folgten nun diesem Straßenverlauf ziemlich lange bis plötzlich ein Schild Richtung Brüssel auftauchte. Komischerweise war dies das erste Schild was wir in Belgien gesehen haben, wo Brüssel stand. Es gab alle möglichen Schilder mit diversen Städten, Lüttich (Liège), Genk, Gent , Antwerpen, aber Schilder auf denen Brüssel stand – nein so etwas gibt es nicht. Aber das war schon mal ein gutes Zeichen, erstens waren wir auf dem Richtigen Weg und zweitens, kann Brüssel doch dann nicht mehr zu weit entfernt sein. So war es dann auch, wir sind in Brüssel angekommen….

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Auch in Brüssel war der erste Eindruck eher negativ als positiv. Ich fragte mich, in welchem Ghetto ich denn hier gelandet bin. Man hätte ebenso denken können, dass man sich in irgendeinem arabischen Land befindet. Das Land selbst kann man jedoch leider nicht definieren, da überall Araber unterschiedlicher Nationen zu sehen waren. Aber nicht nur das, so gut wie an jeder roten Ampel tauchten urplötzlich Bettlerinnen auf. Ich habe ja nichts gegen betteln, aber ein Kind mit sich herum schleppen (die Kinder waren übrigens sicherlich mit Schlafmitteln vollgepumpt war, damit diese auch bemittleidenswert aussahen) und an die Scheibe zu klopfen und zu betteln, Nein, das muss absolut nicht sein!

Unsere erste Anlaufstelle war nun das berühmte Atomium, das war schon von weitem immer mal wieder zu sehen. Ich war auch ein wenig überrascht, dass das Atomium doch so groß ist, ich habe es mir viel kleiner vorgestellt. Aber um zu sehen, wie groß das Atomium in Wirklichkeit ist, das blieb uns leider verwährt. Neben dem Atomium befindet sich das Fußballstadion von Brüssel und aufgrund der EM Qualifikation zwischen Belgien und der Türkei, war weit und breit alles abgesperrt, sodass es uns zum einen nicht möglich war einen Parkplatz zu finden und zum anderen, konnte man das Atomium auch nicht erreichen, da es abgesperrt war.

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Frustriert führte uns also unser Ziel in die Innenstadt, wohin genau es gehen sollte war zunächst nicht bekannt, wir sind ja spontan. Da wir plötzlich jedoch jede Menge Menschen mit Reiseführern entdeckten, wußten wir, dass wir also hier in der Gegend richtig sind und uns langsam aber sicher mal einen Parkplatz suchen sollten. An der Albertina wurden wir dann also auch fündig…

Dort angekommen ging es zunächst bergauf, wo uns ein Musikinstrumentenmuseum erwartete. Ein wirklich sehr schönes Gebäude. Mit einer ziemlich dunklen Fassade, zwar nicht mehr hübsch, aber durch kleine Feinheiten, wie etwa Musiknoten, dennoch ein wunderschönes Gebäude im Jugendstil. Anschließend ging es dann weiter zum Königspalast ( Quartier Royal), ein wirklich prunkvolles und mächtiges Gebäude, so wie man es von einem Palast gewohnt ist.  Gegenüber liegt ein kleiner Park (Parc de Bruxelles Warandepark) durch den wir dann auch spazierten.

Es ging dann also durch die Brüsseler Straßen weiter ins nirgendwo. Ich empfehle im übrigen in Brüssel auch sehr stark auf den Boden zu achten. Brüssel ist nicht gerade Rollstuhl und Kinderwagenfreundlich. Ganz im Gegenteil, man hat sich hier ganz schnell mal einen Bänderriss geholt. Teilweise findet man wackelige Steine vor, teilweise wurden Schlaglöcher nur provisorisch repariert und sind noch wackeliger als vorher, die Straßen sind also ganz übel.

Aber wir haben es auch ohne Stürze bis zum Grand Place geschafft. Zuvor jedoch machten wir noch eben einen Abstecher zur Galeries Royales, daran sind wir nur zufällig vorbei gelaufen und prompt sind wir auch hineingegangen. Auch hier kann man wunderbare Fassaden betrachten, wirklich sehr schön und wenn man auch Zeit hat  findet man sicherlich, dass ein oder andere interessante Bekleidungsgeschäft. Am Ausgang befindet sich in einer Seitenstraße direkt die Brüsseler Fressgasse auch bekannt als Rue de Bouchers. Hier findet man Restaurant neben Restaurant, diese sind so dicht nebeneinander, dass man kaum noch erkennt zu welchem Restaurant die Stühle gehören. Ich schätze mal pro Straßenseite befinden sich etwa 15-20 Restaurants. Aber dennoch würde ich in keinem einzigen etwas essen. Ich glaube wenn ein Kellner die Passanten anspricht und Werbung für sein Restaurant macht, dann ist es meiner Meinung nach unseriös. Aber so denken wohl viele und dementsprechend saßen wirklich nur vereinzelte Gäste in den Restaurants. Aber wir haben es überlebt und wurden nicht angesprochen, entweder sahen wir so aus, als ob wir kein Französisch sprechen können oder aber wir sahen so aus, als ob wie kein Geld hätte und arme Leute wären. Ich denke letzteres trifft zu, zumindest auf mich…

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Apropos Französisch…es ist ja schon interessant, in Brüssel sprechen wirklich die meisten, gefühlte 98%, französisch, aber dennoch sind alle Schilder ect. zweisprachig, nämlich Französisch und Holländisch, wirklich Interessant diese Tatsache. Aber das mal so ganz nebenbei.

Nach diesen Eindrücken ging es dann also endlich in Richtung Grand Place. Dort war alles voll mit Menschen, etwa jeder zweite von denen trug die belgische Fahre mit sich, denn es war ja das EM Qualifikationsspiel. Der Platz war wirklich voll mit Menschen, mit Einheimischen und natürlich mit Touristen. Man musste wirklich aufpassen wo man hinläuft, zu allem Überfluss war der Boden voller Müll. So viel Müll auf einmal habe ich noch nie gesehen, zumindest nicht mitten in der Stadt an so einem bedeutendem Ort. Ursprünglich sollte das der Platz sein, an dem wir abends Bilder machen wollten, aber das fiel dann aus den oben genannten Gründen ins Wasser L

Mit der restlichen Zeit haben wir nicht mehr viel angefangen, nach einer kleinen Stärkung schlenderten wir durch die Straßen und urplötzlich waren wir in Chinatown. Alles voll mit Asiaten, asiatische Restaurants, asiatische Hotels, asiatische Geschäfte, unglaublich, einfach von jetzt auf gleich so ein Kulturschock. Dann ging es ins nächste Viertel, dort war alles sehr heruntergekommen, zahlreiche Geschäfte standen leer, insgesamt eher etwas unheimlich, daher ging es anschließend zum Bankenviertel. Die Gebäude sahen zwar ganz modern aus, aber insgesamt passen diese mal überhaupt nicht zu dem Viertel, es wirkte alles sehr kühl und steril, so ohne Leben.

Anschließend macht wir wieder eine Pause, diesmal bei Mc Donald’s, Nein ich habe nichts ungesundes gegessen, sondern nur ein Perrier getrunken, Jawohl! Glücklicherweise hab es in diesem Mc Donald’s ein freies WLAN (Danke Mc Donald’s), sodass ich mit dem iPhone ein wenig nach weiteren Sehenswürdigkeiten stöbern konnte, da wir doch etwas enttäuscht waren. Nun leider fanden wir nichts interessantes mehr, sodass wir ins ca. 40km entfernte Antwerpen fahren wollten. Da Antwerpen einen Hafen besitzt, hofften wir, dort wenigstens gute und Interessante Motive zu finden….

…letztendlich fuhren wir nicht nach Antwerpen, sondern sind stattdessen zum Triumphbogen in Brüssel gefahren, da dies die letzte Sehenswürdigkeit war, die uns fehlte. Aber was musste wir feststellen, auf dem Triumphbogen stand ein Container mit einem Restaurant. Da frage ich mich doch glatt, wer kommt denn bitteschön auf die bescheuerte Idee einen Container auf so ein Bauwerk zu stellen?! Wie wäre es denn, wenn man gleich so einen Container auf’s Brandenburger Tor stellt. Nun ja gut, aber von hinten fotografiert konnte man diesen Container glücklicherweise nicht sehen – puh Glück gehabt.

Mein Fazit: Es ist sicherlich eine Stadt die man mal gesehen haben muss, aber so schnell muss ich nicht mehr nach Brüssel, allein schon wegen der Bevölkerung.

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