Test: Loxia 2/35 an der Sony A7R

Neulich hatte ich die Gelegenheit das neue Loxia 2/35* genauer unter die Lupe zu nehmen und es an meiner Sony A7R zu testen. Da ich bisher an meiner Sony nur mit manuellen Canon FD oder Minoltas gearbeitet habe, war es natürlich interessant zu sehen, wie es sich an der 36MP Pixel Kamera schlägt. Denn schließlich wurde das Loxia speziell für die Sony a7 Reihe entwickelt.

Wie ist der erste Eindruck?
Wie es sich für eine manuelle Festbrennweite gehört ist das Objektiv relativ klein, leicht und sehr handlich. Mit insgesamt 340g fällt es kaum ins Gewicht und mit einer Länge von knapp 60mm und einem Durchmesser von 62mm paßt es definitiv in eine Jackentasche. Äußerlich macht das Loxia einen sehr robusten Eindruck und ist sehr hochwertig. Von meinen Canon FD Objektiven war ich ein butterweiches Fokussieren gewohnt, aber das Loxia topt dies nochmal um ein großes Stück. Sehr positiv finde ich, dass man beim Fokussieren ein klein wenig Spiel hat. Oft verstellt man die Fokusebene sobald man versehentlich an den Fokusring kommt, das ist hier in keinster Weise der Fall. Genau so verhält es sich mit der Blendeneinstellung, hier hackt nichts und alles rastet perfekt ein. Am Objektiv sind die Blenden 2.0, 2.8, 4.0, 5.6, 8, 11, 16 und 22 markiert, das sind die (ich nenne es mal) gängisten Blenden und als Markierung völlig ausreichend. Ansonsten werden die Exif Daten natürlich übertragen, sodass man auch am PC die Blende kontrollieren kann.

Allerdings gibt es zwei Punkte die mir noch nicht so ganz gefallen:
Das 35er ist von außen identisch mit dem 50er und für mich ist es schwer die beiden Objektive auf die schnelle zu unterscheiden. Entweder muss man den Frontdeckel entfernen um erkennen zu können um welches Objektiv es sich handelt oder man muss einen Aufkleber am Deckel anbringen um diese so zu unterscheiden. Zwar ist an der Unterseite eine Beschriftung zu finden, allerdings hätte ich es mir in einer größeren Form und an einer zentraleren Stelle am Objektiv gewünscht.

Der zweite Punkt betrifft wohl eher nur mich persönlich, aber insgesamt finde ich es etwas schwer, ohne hinzuschauen – praktisch blind, den Blendenring vom Fokussierring zu unterscheiden. Wenn ich ohne Stativ fotografiere und den gleichen Bildausschnitt wähle, möchte ich problemlos meine Blende verstellen können, ohne das ich den Fokus verändere. Aufgrund der kompakten Bauweise liegen die Ringe hier sehr dicht zusammen, sodass man genau „ertasten“ muss, welchen Ring man gerade verstellt.

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Wie ist die optischen Qualität?
Was die Bildqualität angeht werde ich das Loxia sicherlich nicht mit meinen fast 30 Jahre alten Canon FD’s vergleichen, das würde nichts bringen und wäre sinnlos. Ebenso werde ich versuchen meine eigene Meinung so knapp wie möglich zu halten. Ich möchte viel lieber Bilder vorstellen, die verschiedene Situationen zeigen und dann dürft ihr selbst entscheiden, ob die Bildqualität für euch ausreichend ist oder nicht.

Bokeh
Ich liebe ein schönes weiches Bokeh und dementsprechend mag ich auch Offenblende, umso größer die Blende desto besser. Das Bokeh ist das erste was ich in der Regel teste, daher darf es hier nicht fehlen. Anbei eine Serie von Aufnahmen mit verschiedenen Blenden (F2.0 – F22). Bei 2.0 ein sehr ordentliches und für mich zufriedenstellendes Ergebnis.

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Chromatische Abberation
CA’s gibts in allen möglichen Farben und ich muss zugeben, dass ich darauf nicht sonderlich achte, es sei denn es fällt mir bewußt ins Auge. In dem Fall habe ich mal bewusst darauf geachtet und finde das Ergebnis mehr als in Ordnung. Vergleicht hierzu noch die Nachtaufnahmen weiter unten. Für den Test hier habe ich mir eine Gegenlichtsituation ausgesucht und in der 100% Ansicht den zentralen Bereich ausgewählt.

loxia_35_ca_uebersicht

loxia_35_ca_100_20

Lens Flaires
Lens Flaires sind für mich absolut störend und zum Teil waren in der Vergangenheit dadurch viele Bilder einfach unbrauchbar. Ich hatte schon Objektive, wo die Flaires einfach riesig waren, allerdings hatte ich auch Objektive, wo man diese Flaires gezielt ins Bild einbauen konnte. Das Beispiel zeigt ebenfalls eine Gegenlichtsituation und man erkennt, dass bei zunehemend geschlossener Blende der Flair kleiner aber auch deutlich sichtbarer wird. Allerdings hat ein kleiner Flair den Vorteil ihn einfach zu entfernen, was in dem Beispiel auch wunderbar funktionierte.

loxia_35_flaires-01200

Vignettierung
Das ist ein Punkt der mir sehr wichtig ist. Besonders bei fertigen Panoramen wird eine Vignettierung sehr schnell deutlich, daher sollte sich die Vignettierung bei Blenden ab 4.0 im Rahmen halten. Wobei dank Lightroom, Photoshop und den gängigen Bildbearbeitungsprogrammen läst sich eine Vignettierung sehr leicht entfernen. An Hand dieses Beispiels sieht man bei Offenblende eine deutliche Vignettierung, die beim schließen der Blende immer weniger wird.

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Schärfe
Die Schärfe ist für jeden Fotografen natürlich ein sehr wichtiges Kriterium, ebenfalls für mich. Für mich ist die Schärfe bei Offenblende nicht entscheidend, sondern viel mehr ist mir abgeblendet eine relativ gleichmäßige Schärfe im unendlichen Bereich wichtig. Natürlich werden die äußersten Ecken immer unschärfer sein als die Bildmitte, das läst sich kaum vermeiden, aber es soll Objektive geben, die zufriedenstellende Ergebniss liefern. In den folgenden Beispielen sieht man eine Serie verschiedener Bilder, ich habe Blenden von F2.0 bis F22 getestet. Als Punkte dienen jeweils die Bildmitte, der rechte untere Bereich, der linke obere Bereich, sowie der linke Bereich in Höhe der Bildmitte.

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Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, das Loxia auch abends zu testen, um zu prüfen wie sich das Loxia bei Lichtern verhält. Bei 2.0 sieht das ganze sehr erschreckend aus und für ein Objektiv in der Preisklasse darf das so nicht aussehen.

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Mein Fazit
Das Loxia 2/35 ist sicherlich ein sehr interessantes Objektiv, dessen Bildqualität mich wirklich positiv überrascht hat. Mit dem Objektiv ist Zeiss ein sehr gutes Produkt gelungen, was mit der Sony A7R hervorragend harmoniert. Natürlich hat es bei Offenblende seine Schwächen, aber die stören mich nicht so sehr. Ganz ehrlich wer Landschaftsaufnahmen bei Offenblende macht ist selbst dran schuld ;) und braucht nicht meckern, wenn die Ecken unscharf sind. Ich fotografiere vorwiegend mit Blende 5.6 und bei dieser Blende bin ich mit dem Loxia mehr als zufrieden. Hier zeigte sich auch die maximale Bildqualität. In der Mitte bildet es schön scharf ab und die Ecken sind von der Schärfe auch in Ordnung – was will man mehr.

Was die CA’s angeht bin ich mehr als überrascht, in sämtlichen Testaufnahmen sind mir diese nie sonderlich aufgefallen, weil Zeiss dies schlichtweg gut in den Griff bekommen hat. Hinsichtlich der Flaires bin ich ebenfalls sehr angetan, als ich die Nachtaufnahmen erstellt habe, habe ich mich jeweils links und rechts sowie hinter einer Straßenlaterne positioniert und habe in verschiedene Richtungen fotografiert und konnte nur geringe Flaires reproduzieren.

Insgesamt sind mir, bis auf das Koma, keine gravierenden negativen Punkte aufgefallen, sodass ich das Loxia nach besten Wissen und Gewissen weiterempfehlen kann. Man sollte natürlich abwägen und sicher sein, ob das Koma einen stört oder nicht. Mich stört es nicht und sofern es der Geldbeutel zuläßt, wandert das Loxia sicherlich in meine Fototasche.

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