Warum ich jetzt mit Sony fotografiere

Der ein oder andere hat auf facebook bereits gesehen, dass ich mir eine Sony A7r zugelegt habe. Ich habe tatsächlich den Schritt gewagt und habe den größten Teil meiner Canon Ausrüstung verkauft und fotografiere nun mit Sony. Da einem nach zehn Jahren der Fotografie der Umstieg nicht gerade leicht fällt und wohl überlegt sein sollte, will ich ein paar Worte dazu verlieren wie es dazu überhaupt kam.

Ich hatte bisher so einige Canons, zu Beginn und auch die längste Zeit habe ich mit der 300d fotografiert, bin dann zur 30d umgestiegen um dann den Schritt zu Vollformat zu wagen, ich hatte sowohl die 5d Mark I als auch die Mark II. Neben der 300d würde ich die Mark II als eine der besten Kameras bezeichnen die ich je hatte, den größten Teil meiner gesamten Bilder wurden sowohl mit der 300d als auch mit der 5d Mark II erstellt. Nicht desto trotz muss erwähnt werden, dass die Mark II schon 6 Jahre auf dem Buckel hat und das merkt man ihr in manchen Situationen an. Ich will die Mark II nicht schlecht reden, das ist eine super Kamera, aber so langsam bin ich damit an die Grenzen gestoßen.

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Was hat mich an der 5d Mark 2 gestört?
Ich würde behaupten am meisten hat mich tatsächlich die Größe und das Gewicht gestört. Lange war ich auf der Suche nach einer „Immerdabei“ Kamera, aber die Bedingung war, dass die Bildqualität mindestens genau so gut ist wie die der 5d. Ich hatte die Kamera immer nur dann dabei, wenn ich geplant auf Fototouren unterwegs war. Sprich wenn ich zur Arbeit gefahren bin, blieb die „große“ immer daheim und wie oft saß ich abends dann in Frankfurt und sah wie sich der Himmel pünktlich zu Feierabend schön rot färbt und ich dachte mir nur „Nein, wo ist die Kamera wenn man sie mal braucht“. Noch dazu kommen ja die riesigen und schweren Objektive die ebenfalls getragen werden müssen. Nach ein paar Stunden tragen tut einem der Rücken und die Schultern dann doch etwas weh.

Was ist mit der Bildqualität der 5d Mark 2?
Auch hier hat mich nach all den Jahren das ein oder andere gestört, wobei hier die alleinige Schuld nicht nur auf der Kamera liegt, sondern auch den entsprechenden Objektiven geschuldet ist. Hauptsächlich habe ich mit dem Sigma 12-24 und dem Canon 24-105 fotografiert. Beide Objektive sind nicht gerade für Lichtstärke bekannt, dementsprechend muss man mit der ISO hoch, was zu mehr rauschen führt usw. Ich würde fast sagen, spätestens ab ISO 1600 war Schluss. Noch dazu habe ich gerne bei der nachträglichen Bildbearbeitung etwas Spielraum mit den Reglern. Ich mache es zwar selten, aber ich will mit gerne die Option offen halten, das Bild mal um zwei Blenden aufzuhellen. Naja mit der Mark 2 war dies nur begrenzt möglich.

Warum die A7r?
Ein Fotokollege hat mir mal einen Link zukommen lassen, dort wurde die Sony A7r (ich glaube es war die r) mit einem 24er Canon TS-E und einer 5d Mark 3 verglichen. Die Bilder die die Sony ablieferte haben mich absolut begeistert. Es war ein riesen Unterschied zur Mark 3 sichtbar. Das war auch der Punkt an dem ich ernsthaft darüber nachdachte zu wechseln. Schließlich hatte die Kamera alles was ich wollte, etwas kleines und handliches was man immerdabei hat und noch dazu eine gute Bildqualität abliefert. Also habe ich mich im Internet schlau gemacht und Tests gelesen und Beispielbilder betrachtet und der Gedanke umzusteigen wurde immer konkreter. Nachdem ich mir dann zusätzlich die Gebrauchtpreise anschaute, dachte ich mir, ok wenn ich umsteige dann jetzt und so hatte ich durch den Verkauf meiner 5d Mark 2, dem 12-24, 24-105 und meinem (geliebten) 200 2.8 ein ordentliches Budget.

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Wie ist der erste Eindruck der A7r?
Der erste Eindruck war in der Tat, wow ist die klein und leicht. Als ich am nächsten Tag in Frankfurt unterwegs war, war die Kamera direkt dabei und man hat kaum gemerkt, dass man eine Kamera dabei hat. Das Gewicht hat sich wirklich enorm reduziert! Optisch ist die Kamera auch ein echter Hingucker wie ich finde, hat ein wenig was von retro und sieht echt stylisch aus. Das Gehäuse sieht sehr robust aus, aber bei dem Preis ist auch nichts anderes zu erwarten gewesen.

Äußerst positiv finde ich das Klappdisplay. Ich glaube jeder sagt „Ach Klappdisplay, wer braucht denn das schon“, aber ich habe das Klappdisplay schon nach wenigen Tagen richtig schätzen gelernt. Ich experimentiere ja sehr oft und daher ist das Klappdisplay ideal und wenn ich nur an meine Mystic Skyscraper Serie denke und darüber nachdenke, welche Nackenschmerzen ich durch das hochschauen hatte, das gehört nun der Vergangenheit an.

Etwas bedenken hatte ich im übrigen an den Sucher. Ich hatte bereits die Gelegenheit durch einige elektronischer Sucher zu blicken sei es von Sony oder Panasonic, aber die waren ja erschreckend. Es gibt doch nichts besseres als ein optischer Sucher, so dachte ich zumindest. Die Sony hingegen hat wirklich einen erstklassigen elektronischen Sucher, ich weiß nicht was das vorher für elektronischer Sucher waren die ich mal testen konnte, auf jeden Fall ist der Sucher der Sony A7r richtig genial. Der Sucher gefällt mir auf jeden Fall sehr gut und ich möchte ihn nicht mehr missen. Auch die Tatsache, dass man schon vorher sehen kann wie das Bild ist finde ich einfach nur super.

Weitere nette positiv Dinge die auffallen:
ISO: Das Rädchen für die ISO finde ich absolut genial! Ich habe es an der 5d verflucht vorher immer eine Taste drücken zu müssen um die ISO zu verstellen. Auch nach 4 Jahren konnte ich mir einfach nicht merken welche der vier Tasten es war. Daher ein absoluter Pluspunkt für dieses einfache Rädchen :)

Wasserwaage: Ja die 5d hatte noch keine integrierte Wasserwaage. Gerade am Stativ ist so eine Wasserwaage extrem wichtig, die Wasserwaagen die man auf den Blitzschuh aufstecken konnte, habe ich konsequenter Weise immer verloren.

Fokus Peaking: An der 5d habe ich eigentlich immer nur dann manuell fokussiert, wenn ich mit Stativ gearbeitet habe. Da konnte ich per live view schön heran zoomen und dann fokussieren. Durch den optischen Sucher war ein manuelles fokussieren kaum möglich, daher habe ich es ganz sein gelassen. Das Fokus Peaking ist eine super tolle Erfindung, durch die farbliche Abhebung der Kanten kann sogar selbst ich sehen, worauf ich gerade fokussiert habe. Und falls das nicht aussreicht, habe ich eine der Custom Tasten damit belegt in das Bild hinein zu zoomen. Somit kann bei manuellen Fokussieren wirklich nichts schief gehen.

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Das war nun mein Geschichte wie ich zur Sony gekommen bin. Über die Bildqualität der Sony habe ich bewußt noch nicht viel erzählt, da ich erstens bisher nur kaum Testaufnahmen machen konnte und ich zweitens diesem Thema einen eigenen Thread gönnen will auch mit Vergleichsbildern mit der Canon usw. Und drittens bin ich dabei meinen Objektivpark etwas auszubauen, denn derzeit bin ich mit dem Canon nFD 20-35, dem Canon nFD 35 2.0 und dem Minolta Rokkor 28 2.8 nur im Weitwinkelbereich gut aufgestellt. Auf meinem flickr Fotostream habe ich übrigens schon einige Testaufnahmen hochgeladen, die in voller Auflösung heruntergeladen werden können.

6 Kommentare
  1. Timon
    Timon says:

    Hallo,
    ich bin momentan am überlegen auf Sony umzusteigen. Ich möchte demnächst auf Vollformat umsteigen und habe ähnliche Ambitionen: Gewicht und Größe klein halten, Klappdisplay (ich möchte ihn von der 60D nicht missen).

    Aber ich finde dafür nur wenig native Weitwinkelobjektive. Deshalb hat mich deine Variante mit Canon FD Linsen überrascht. Ich kenne mich mit FD nicht aus, aber die Bilder scheinen ja nicht schlecht zu sein. Bin schon gespannt auf deinen Vergleichstest!

    Welchen Adapter verwendest du dafür?
    Hast du dich für die „r“ entschieden aufgrund der hohen MP, oder noch wegen etwas anderes?

    Gruß Timon

    Antworten
    • hiacynta
      hiacynta says:

      Hi Timon,

      ja das Problem mit den nativen Objektiven stimmt und noch dazu sind diese sehr teuer. Ich hatte mich daher vorher informiert welche manuellen Objektive es gibt und was man für Möglichkeiten hat. Bei meinen recherchen bin ich eben auf das 20-35 gestoßen. 20mm finde ich leider etwas wenig, meine Statistiken ergeben, dass ich das Sigma 12-24 meistens so ab 15mm benutzt habe, aber ich werde mal sehen, ob die 20mm auch ausreichen. Als Adapter benutze ich übrigens einen 15€ teuren Adapter von ebay. Bisher habe ich damit keine Probleme, ich kann auf unendlich fokussieren und es sitzt alles bombenfest. Wenn man allerdings vermehrt FD Linsen hat, lohnt sich dann so ein teurer Novoflex Adapter sicherlich.

      Die A7r wollte ich nicht unbedingt wegen der höheren Auflösung, im Gegenteil die A7 hätte auch ausgereicht. Die A7 hat nur ein Problem bei Nachtaufnahmen, die flares oder ghosting:
      http://www.fredmiranda.com/forum/topic/1247655/142
      Das Problem war dann letztendlich das KO Kriterium für die A7.

      Schöne Grüße

      Antworten
  2. Mo
    Mo says:

    Hallo Hiacynt,

    herzlich Willkommen im Sony-Lager ;)
    Vielen Dank für deinen Bericht wie du zur Sony-Kamera gekommen bist.

    Ich bin gerade in Bangkok und hatte abends ein paar Aufnahmen gemacht von der Skyline. Neben war jmd der die Alpha 7R nutze auf seinem Stativ. Ich muss zugeben, es sah etwas gewöhnungsbedürftug aus wie die Kamera da so in der Luft hing. Er hatte nämlich einen Adapter fürs Objektiv, um es am Stativ zu befestigen. Wie machst du das? Bzw bis zu welchem Gewicht kann die A7R das Gewicht selber tragen?

    Du schreibst auch von den positiven Effekten (Wasserwaage, ISO-Taste, etc.) durch den Umstieg. Warum hast du dich dann schlussendlich genau für diese Sony Kamera entschieden? Meine Alph 57 hat die funkgionrn auch alle, oder brauchst du eine Vollformatskamera?

    Bin gespannt auf deine ersten richtigen Bilder :)
    VG Mo
    http://www.moelbar.com

    PS: Schau auch mal im SonyUserForum vorbei. Dort gibt es neben den üblichen Forenghemen auch einen sehr guten Marktplatz für den Kauf und Verkauf von Objektiven und Zubehör.

    Antworten

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