Bilder bearbeiten? Ja unbedingt, hier die Gründe dafür…


Erfahre mehr über Bildbearbeitung und wie du den Einstieg meisterst!

In der heutigen Zeit ist Bildbearbeitung so einfach wie nie geworden. Fast jeder der einen Computer besitzt, selbst bei Smartphones oder Tablets, hast die Möglichkeit ein Bildbearbeitungsprogramm/App installieren. In nur kürzester Zeit kannst du damit deine Bilder bearbeiten. Abgesehen davon, wenn du wirklich professionelle Fotos anstrebst, wirst du dich zwangsläufig mit Bildbearbeitung beschäftigen müssen.

Auch wenn du keine großartigen Ansprüche hast, solltest du deine Bilder bearbeiten. Wenn du jetzt die Angst hast, dass du dafür stundenlang am Rechner sitzen musst und das Bilder durch Bildbearbeitung doch nur manipuliert sind, dann kann ich dich beruhigen. Du musst dich nicht wochenlang mit Tutorials beschäftigen, genau so wenig musst du stundenlang am Rechner sitzen. Ganz im Gegenteil, der Fokus liegt noch immer auf der Fotografie. Du kannst Bildbearbeitung aber unterstützend nutzen, um die Bildwirkung und Emotion zu verstärken! Erfahre in dem nachfolgenden Artikel mehr darüber, warum Bildbearbeitung hilfreich sein kann und warum du deine Bilder in Zukunft bearbeiten solltest.

Die optimalen Voraussetzungen schaffen: das richtige Dateiformat!

Damit du erfolgreich in die Bildbearbeitung einsteigst, solltest du dir zunächst im klaren darüber sein, dass es durchaus hilfreich ist – ja “fast” schon notwendig, wenn du in RAW fotografierst. Die meisten Kameras und auch Smartphones, haben die Möglichkeit ein Foto in JGP oder in RAW aufzunehmen, oder auch gleich beide Dateiformate zusammen. Je nach dem welchen Kamerahersteller du besitzt, wirst du entweder eine .cr2 (bei Canon) oder eine .nef (bei Nikon) oder eine sonstige Endung vorfinden. Diese Dateiendung zeigt dir, dass es sich um ein “Rohformat” also ein “RAW” handelt.

Eine sogenannte RAW Datei ist keine Bilddatei, diese Datei enthält lediglich alle Informationen die der Sensor während der Aufnahme gesammt hat. Eine RAW Datei kann daher durchaus einige mehere Megabyte (z.B. 30 MB) groß sein. Um eine RAW Datei zu öffnen bzw. das Bild zu sehen, benötigst du ein Bildbearbeitungsprogramm. Mit diesem Programm kannst du zwar das Bild sehen, aber du musst die Entwicklung des Bildes selbst vornehmen. Im ersten Moment wird dir also das Bild ziemlich flau oder kontrastarm vorkommen, aber durch Bildbearbeitung ist dieses Problem schnell gelößt.

Wenn du eine RAW Datei mit einem JPG vergleichst, wirst du feststellen, dass das JPG sehr viel besser aussieht als das RAW Bild. Die Farben sind satter, die Kontraste sind stärker, uvm. Das liegt daran, dass die Kamerasoftware das Bild automatisch entwickelt und du mit einem JPG somit ein fertiges Bild erstellst. Über entsprechende Regler kannst du in der Kamera direkt einstellen, wie die Kamera die Kontraste oder Farben bearbeiten soll.

In erster Linie klingt das natürlich wundervoll und vielleicht fragst du dich jetzt (natürlich zurecht), warum du überhaupt in RAW fotografieren sollst, wenn dir mit einem JPG schon die Entwicklung des Bildes abgenommen wird. Außerdem ist doch so eine JPG Datei sehr viel kleiner und dadurch benötigst du sehr viel weniger Speicherplatz. Also auf den ersten Blick hat so eine JPG Datei schon ihre Vorteile.

3 Vorteile, warum du deine Bilder bearbeiten solltest!

Das Problem an deiner JPG Datei ist, dass diese Datei komprimiert wird, das ist auch irgendwie logisch, weil die Dateigröße auch sehr viel kleiner ist. Das heißt für dich, dass dir nicht alle Informationen zur Verfügung stehen und du so ein JPG nur in gewissen Grenzen bearbeiten kannst. Ich erwähnte bereits, dass eine RAW Datei sehr groß sein kann, das hängt damit zusammen, dass sehr viel mehr Informationen aufgezeichnet werden, denn bei diesem Dateiformat wird die Datei nicht komprimiert. Dir steht dann beispielsweise der volle Tonwertumfang zur Verfügung, anders als bei einem JPG. Somit hast du in deiner Bildbearbeitung sehr viel mehr Möglichkeiten, die Grenzen sind etwas größer als bei einem JPG. Möchtest du dich mit der Bildbearbeitung beschäftigen, führt also kein Weg an RAW vorbei!

1. Als Fotograf möchte man selbst die RAW Konvertierung übernehmen!

Wie ich weiter oben bereits erklärt habe, musst du bei einem RAW die Konvertierung selbst übernehmen. Das mag auf den ersten Blick etwas umständlich klingen, da man quasi jedes Bild mit einem Bildbearbeitungsprogramm öffnen und bearbeiten muss. Vergesse aber nicht, dass sich dir dadurch sehr viele Vorteile bieten, auf die du nicht verzichten solltest. Du kannst selbst entscheiden, wie du das Bild entwickeln möchtest. Du hast alle Freiheiten und kannst alle Regler anpassen, wieviel Kontrast du dem Bild zufügst, wie gesättigt die Farben dargestellt werden usw.

Überlässt du die RAW Konvertierung deiner Kamera ist es so, dass du die Aufnahme erstellst und die Kamera das Bild bearbeitet. Das ist doch nicht der Sinn oder? Schließlich erstellst du das Bild, du bist der Fotograf, also solltest auch du darüber entscheiden, wie das fertige Resultat aussieht. Ich möchte mir dieses Privileg nicht nehmen lassen. Abgesehen davon sind Geschmäcker und Bilder immer unterschiedlich, manchmal muss einem Bild etwas mehr Kontrast zugefügt werden und manchmal etwas weniger. Die Kamerasoftware kann nicht entscheiden welches Bild etwas mehr oder weniger Kontrast benötigt. Um es auf den Punkt zu bringen, hast du die Chance deine Bilder zu bearbeiten, dann nutze sie!

2. Durch Bildbearbeitung kannst du dem Bild deine persönliche Note verleihen!

Sicherlich hast du schon einmal Bilder gesehen, wo du im Vorfeld bereits wußtest, wer dieses Bild fotografiert hat. Durch Bildbearbeitung kannst du nämlich deinen Bildern einen gewissen persönlichen Touch verleihen. Du kannst dir einen Stil überlegen/entwickeln, sodass man auf Anhieb an dich denkt, sobald man eines deiner Bilder sieht. Ein sehr oft vorkommender und sehr schöner Stil sind Langzeitbelichtungen, die als quadratische schwarz-weiß Bilder dargestellt werden. Denke beispielsweise an Fotografen wie Joel Tjintjelaar, der besonders für Fine Art Fotografien bekannt ist.

Aber keine Sorge, du musst dir natürlich nicht für all deine Bilder einen eigenen Stil überlegen. Du kannst auch einfach nur eine Serie von Bildern erstellen, die einen bestimmten Stil aufweisen. Ein Beispiel hierfür ist meine Mystic Skyscraper Serie, hier habe ich bewußt Hochhäuser aus der Froschperspektive fotografiert und daraus eine eigene Serie erstellt. Probiere es doch mal aus!

3. Technische und fotografische Feinheiten ausgleichen

Auch wenn die heutigen Kameras und Objektive mehrere tausend Euro kosten, sind diese nicht perfekt und führen nicht an der Bildbearbeitung vorbei. Durch das wechseln deiner Objektive, wirst du wohl oder übel mit Sensorflecken zu kämpfen haben. Diese können sehr nervig sein, wenn du deine Bilder bearbeitest hast du die Möglichkeit diese ganz einfach zu entfernen. Natürlich wirst kannst du das ganze Vorbeugen, in dem du ständig deinen Sensor säuberst, aber ich bin mir sicher, dass du nie einen einhundert prozentig sauberen Sensor haben wirst. Auch eine Vignettierung oder Verzerrungen deines Objektives wirst du nicht im Vorfeld verhindern können, auch wenn dieses Objektiv mehrere tausend Euro kostet! Diese technischen Unzulänglichkeiten kannst mit Bildbearbeitungsprogrammen ganz einfach ausbessern.

Kommen wir nun zu den fotografischen Feinheiten. Sicherlich ist dir auf dem PC Bildschirm schonmal aufgefallen, dass dein Horizont schief ist, obwohl du alles exakt ausgerichtet hast. Mit ein paar wenigen Klicks kannst du ganz einfach und schnell, dein Bild ausrichten. Seien wir mal ehrlich, es gibt nichts schlimmeres als ein schiefes Bild oder?
Auch wenn ich bereits während der Aufnahme immer versuche, ein “aufgeräumtes” Bild zu erstellen und alle störenden Elemente (z.B. Müll, Grashalme, ect.) entferne, kann es trotzdem durchaus vorkommen, dass ich etwas übersehe. Wenn du nun also in Zukunft deine Bilder bearbeitest, bekommst du die Möglichkeit diesen Makel schnell und einfach zu entfernen!

Bilder bearbeiten heißt nicht stundenlang vor dem Rechner sitzen!

Damit du effektiv und auch schnell deine Bilder bearbeiten kannst, muss dein Ausgangsmaterial bereits nahezu perfekt sein!
Versuche schon während der Aufnahme auf die noch so kleinsten Details zu achten und diese bei Bedarf zu entfernen. Entferne schon im Vorfeld alle störenden Elemente in dem du sie per Hand entfernst (z.B. Müll, Grashalme, Fussel, usw.) Handelt es sich um Elemente die man nicht so einfach entfernen kann, dann kannst du versuchen den Bildausschnitt anzupassen. Nehme dir also bitte genug Zeit, denn es ist nicht unüblich, dass du mehr Zeit mit dem “aufräumen” verbringst, als mit dem eigentlichen fotografieren.

Du wirst feststellen, dass du dir dadurch enorm viel Zeit sparst. In nur wenigen Minuten kannst du deine Bilder bearbeiten. Lass mich dir mal aufzählen, welche Schritte ich in der Bildbearbeitung anwende und die ich als notwendig erachte:

Anpassung der Tonwerte: Die Tonwerte eines jeden Bildes passe ich wahlweise über die Tiefen und Lichter an oder aber durch die Tonwertkorrektur

Weißabgleich: Leider bietet mir meine Kamera nicht den idealen Weißabgleich an, sodass ich diesen immer mit Lightroom anpasse, aber dank RAW ist das kein Problem

Details/Schärfen: Je nach Ausgangsmaterial wird bei mir jedes Bild geschärft, mal ein wenig mehr, mal etwas weniger. Spätestens beim Verkleinern für’s Web solltest du das Bild Nachschärfen

Sensorflecken, Vignettierung, Verzeichnung entfernen: Da ich auf diese Punkte während meiner Aufnahmen leider keinen Einfluss nehmen kann, muss ich an dieser Stelle Bildbearbeitung anwenden

Kamerakalibrierung: Da ich ein großer Fan von Kameraprofilen bin und sich diese im RAW nicht einstellen lassen, bin ich doch sehr dankbar darüber, dass man diese mit Lightroom anwenden kann

Es sind nur wenige Regler nötig und in weniger als fünf Minuten hast du dein fertiges Resultat. Arbeitest du mit Lightroom, kannst du dir Presets anlegen, damit dein Workflow noch viel schneller abläuft. Mit nur einem Klick wird die Anpassung durchgeführt.

Je nach dem welches Ausgangsmaterial ich nun habe, wende ich noch weitere Arbeitsschritte an:

Belichtungsserie (DRI): Besonders bei Nachtaufnahmen von Städten erstelle ich immer Belichtungsserien, um den Dynamikumfang des Bildes zu erhöhen

Luminanzmasken: Luminanzmasken wende ich in der Regel bei Landschaftsaufnahmen an, vorwiegend bei Bildern mit vielen unterschiedlichen Tonwerten

Orton Effekt: Ausschließlich bei Landschaftsbildern, jedoch vorwiegend bei Nebel, Wasser oder Wolken

Dodge and Burn: Eignet sich für Aufnahmen mit viel Strukturen, um diese etwas stärker hervorzuheben

Natürlich gibt es noch einige weitere Schritte, aber diese Arbeitsschritte reichen schon aus, um die Bildwirkung bzw. Emotion eines Bildes deutlich zu erhöhen.

Welche Programme eignen sich für den Einstieg?

Möchtest du in die Bildbearbeitung einsteigen, gibt jede Menge kostenloser Programme die du ausprobieren kannst. Ich empfehle dir auch ganz dringend, dass du dich erstmal mit kostenfreien Programmen beschäftigst. Du bekommst dadurch ein besseres Gefühl für die Bildbearbeitung. So kannst du dich in Ruhe einarbeiten und ärgerst dich nicht über verlorenes Geld, falls es auf Anhieb mal nicht klappen sollte oder dir die Bildbearbeitung keinen Spaß macht. Auch wenn man bei Bildbearbeitung an Lightroom oder Photoshop denkt, gibt es auch jede Menge Alternativen.

Programme der Kamerahersteller

Um es kurz zu machen, fast jeder Kamerahersteller schenkt dir beim Kauf deiner Kamera eine Bildbearbeitungssoftware. Für den Einstieg sind diese Programme auch ideal. Möchtest du jedoch etwas tiefer einsteigen, wirst du sicherlich bald auf ein universelles Programm zurückgreifen wollen. Ein weiteres Problem ist, dass du RAW Dateien von Canon auch nur mit dem Canon eigenen Programm öffnen kannst. Falls du irgendwann von Canon auf Nikon umsteigst, wirst du also zwangsläufig mehrere Programme auf deinem PC installieren müssen. Deshalb sind diese Programme nur bedingt zu empfehlen.

In welcher Art und Weise möchtest du deine Bilder bearbeiten?

Weiter unten möchte ich dir einige kostenlose und kostenpflichtige Alternativen zu Lightroom und Photoshop vorstellen.

Zunächst solltest du wissen, was du eigentlich mit deinen Bildern machen möchtest. Hinter Lightroom und Photoshop versteckt sich nämlich ein etwas anderes Funktionsprinzip! Es ist sinnvoll sich im Vorfeld mit der Frage auseinanderzusetzen, bevor man dann ein Programm erwirbt, was seinen Vorstellungen evtl. nicht ganz gerecht wird.

Möchtest du: Bilder sortieren, organisieren, RAW Bilder konvertieren, einfache Bildanpassungen durchführen (Belichtung und Tonwerte anpassen, Bilder Schärfen, Kontraste erhöhen, Farben verstärken), dann sind die Alternativen zu Lightroom genau das richtige für dich!

Möchtest du: etwas tiefer in die Bildbearbeitung einsteigen nur bestimmte Bildbereiche bearbeiten, drei Bilder übereinander legen und daraus ein Bild erstellen, dann sind die Alternativen zu Photoshop genau das richtige für dich!

Die Alternativen zu Lightroom

RawTherapee*, LightZone*, darktable*

Luminar, CaptureOne, DxO PhotoLab

Die mit einem * gekennzeichneten Programme sind kostenlos

Die Alternativen zu Photoshop

Gimp*, PhotoScape X*, Pixlr*

ACDSee, Photoshop Elements, Affinity Photo

Die mit einem * gekennzeichneten Programme sind kostenlos

Worauf du noch achten solltest!

Schaue dir in Ruhe die Programme an und teste sie vorher. Du wirst schnell bemerken, dass du mit dem einem Programm besser zurecht kommst, als mit einem anderen. Nutze bei den kostenpflichtigen Programmen auch die Möglichkeit der Testversion. So bekommst du einen Eindruck, ob das Programm für dich geeignet ist oder nicht.

Wie stehst du zur Bildbearbeitung? Tust du deine Bilder bearbeiten oder eher nicht? Was hat dich bisher davon abgehalten? Schreib es mir…

Hast du Fragen, Anregungen zu meinem Podcast, dann schreib mir

podcast@hiacyntajelen.de

2 Kommentare
  1. Robert
    Robert says:

    Sorry aber ich muss Dich korrigieren. Lightroom gibt es auch einzeln als Box Version zu kaufen.

    Ansonsten vielen Dank für diese Folge.
    Ich nutze das Adobe Abo für knapp 12€ im Monat. Ich finde das nicht zu teuer.

    Grüße
    Robert

    Antworten

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.