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Geroldsee fotografieren – ein lauer Sommermorgen am Geroldsee

Drei Besuche, drei Sonnenaufgänge – und am Ende das Bild, das ich mir so lange gewünscht hatte.

Hiacynta Hess

Hiacynta Hess

Aktualisiert: 15. Mai 2026 · ca. 7 Min. Lesedauer

Nebel über dem Geroldsee mit Karwendelgebirge im Hintergrund beim Sonnenaufgang
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TL;DR – Das Wichtigste in Kürze

  • Bester Fotospot in Bayern für Nebel-Sonnenaufgänge – Juni/Juli ideal
  • Ca. 2,5h von München, Parkplatz Gerold oder Barmsee
  • 10–15 Minuten Fußweg zum klassischen Standort am See
  • Stativ und ND-Filter mitbringen – Langzeitbelichtungen lohnen sich

Inhaltsverzeichnis

📍 Fotospot-Infos: Geroldsee

📍
Adresse
Gerold 1, 82493 Krün
🗺️
GPS
47.5167° N, 11.3333° E
🅿️
Parken
Parkplatz Gerold (kostenpflichtig) oder Parkplatz Barmsee
🕐
Beste Zeit
Sonnenaufgang – ca. 2h vorher anreisen
☀️
Beste Jahreszeit
Frühling bis Frühherbst, Juni/Juli für Nebel
🚶
Fußweg zum See
ca. 10–15 Minuten vom Parkplatz
📷
Brennweite
16–70mm empfohlen

* Affiliate-Link

Der erste Besuch – und die Hoffnung auf Nebel

Es ist Mitte Juni und am Tag ist es, wie zu der Jahreszeit üblich, angenehm warm. Die letzten paar Tage war es am Morgen immer recht neblig – erst habe ich es gar nicht so wahrgenommen, aber dann fiel mir ein, dass ich irgendwo gelesen hatte, dass im Juni und Juli die Wahrscheinlichkeit am Geroldsee Nebel anzutreffen relativ groß sei.

Ich verspürte den Drang zum Geroldsee zu fahren, um dort den Sonnenaufgang festzuhalten. Die Bilder waren schon die ganze Zeit in meinem Kopf: Nebel über dem See und im Hintergrund die Berge. Ich war ganz hibbelig und so startete ich eines Tages pünktlich um 2:30 Uhr Richtung Garmisch. Bis Garmisch sind es von mir aus gerade einmal 100 km – klingt vielleicht viel, aber wenn man sich vorstellt, was es da für tolle Motive gibt, ist die Entfernung ein Kinderspiel.

Unterwegs sah ich schon immer wieder tolle Nebelfelder und freute mich. Mit einem Lächeln im Gesicht kam ich in Gerold an und wanderte völlig entspannt Richtung See. Da ich nicht quer durch das hohe Gras laufen wollte, orientierte ich mich an einem Zaun und lief an diesem die Wiese hoch. Schließlich will man es sich mit den Landwirten nicht verscherzen.

Vor Ort war von Nebel keine Spur. Ich wartete einige Minuten bis zum Sonnenaufgang, aber es blieb dabei – kein Nebel, keine Wolken. Der Sonnenaufgang verlief recht unspektakulär, so kommt es jedenfalls auf den Bildern herüber. In Wirklichkeit beobachtete ich die Natur beim Aufwachen: wie die Sonne langsam den Horizont streift und die Alpen anstrahlt, wie manche Teile indessen noch im Schatten liegen. Auch wenn es mit dem erwünschten Nebel nichts wurde, blicke ich dennoch mit einem Lächeln auf diesen Tag zurück. Es war das erste Mal, dass ich die Zeit und die Ruhe hatte, die Natur so intensiv zu beobachten.

Der zweite Versuch – Nebel, Kälte und ein kurzes Zeitfenster

Das Bild war noch immer in meinem Kopf. Nach einem regnerischen Tag sollte es in der Nacht aufklaren – meine Chance war gekommen. Das Aufstehen fiel mir schon schwerer, aber das Bild ließ mich nicht los.

Unterwegs sah es sehr vielversprechend aus. Weiter Richtung Gerold erwartete mich ein ganz anderes Wetter. Es war kalt, nass und so neblig, dass man kaum etwas sehen konnte. Ende Juni – aber gefühlt mitten im Oktober. Die einstelligen Temperaturen machten das Ganze nicht angenehmer.

Diesmal wollte ich mich direkt am See positionieren. Ich erstellte die ersten Bilder – und dann kam alles ganz plötzlich. Eine dicke Nebelfront zog auf mich zu, es wurde kälter, windiger und immer nebliger. Man kommt sich verloren vor. Irgendwann dachte ich: Verdammt, schon wieder nichts. Ich beschloss, Richtung Barmsee zu laufen, um die Zeit vergehen zu lassen. Die Sonne kam zwar immer wieder kurz zum Vorschein, aber dann kehrte der Nebel schlagartig zurück. Die Sonne hatte es schwer, und so packte ich meine Sachen.

Aus irgendeinem Grund lief ich nochmal zu meinem ersten Standort – und plötzlich sah man das Karwendelgebirge. Ein Zeitfenster von etwa sechs bis sieben Minuten ermöglichte es mir, mein Bild zu erstellen: Nebel über dem See und im Hintergrund die Berge. Nach wenigen Minuten war das Schauspiel vorbei und eine neue Nebelfront zog auf.

Für solche Momente lohnt es sich, ein ND-Filter dabei zu haben – der Nebel in Bewegung lässt sich damit wunderbar als Langzeitbelichtung festhalten.

Der dritte Besuch – Alpenglühen und tanzender Nebel

Einige Wochen später fielen mir die Bilder vom Geroldsee erneut in die Hände. Sie weckten das Gefühl, ich müsse noch einmal hinfahren. Es war noch nicht alles, was der See mir zeigen wollte.

Mittlerweile war August und der späte Sonnenaufgang machte sich bemerkbar – ich traf mehr Menschen an als noch einige Wochen zuvor. Das leise Aufwachen der Natur war nun nicht mehr ganz so leise.

Auf dem Weg stimmten mich leichte Nebelfetzen über dem See positiv, und ich machte mich den Berg hinauf zum altbekannten Standort. Zuvor beobachtete ich das intensive Alpenglühen – faszinierend, wie die Sonne die Berge verwandelt. Im Schatten wirken sie völlig unspektakulär; mit den warmen Sonnenstrahlen plötzlich so elegant.

Da die Wiese mittlerweile abgemäht war, konnte ich ohne etwas zu zerstören hinauflaufen. Man konnte regelrecht zusehen, wie der Nebel über den See zog und sich wieder auflöste. Die Sonne kam endgültig zum Vorschein und es hatte seinen ganz eigenen Reiz, mitzuansehen wie sich das Licht lautlos seinen Weg bahnte. Nach einigen sehr erfolgreichen Aufnahmen machte ich mich wieder auf den Heimweg. Und zum dritten Mal zauberte mir der See ein Lächeln ins Gesicht.

Was du für den Geroldsee mitnehmen solltest

Empfehlung

Stativ für Landschaftsfotografie

Ein stabiles Stativ ist am Geroldsee unverzichtbar – für Langzeitbelichtungen im Nebel und scharfe Aufnahmen in der Dämmerung.

ND-Filter für Langzeitbelichtungen

Mit einem ND-Filter kannst du den ziehenden Nebel als seidenweiches Gespinst festhalten. Ich nutze ND64 und ND1000.

Mehr zu Filtern und wann welcher sinnvoll ist, erkläre ich in meinem Artikel über ND-Filter. Und welche Ausrüstung ich grundsätzlich für Landschaftsfotografie empfehle, findest du ebenfalls im Blog.

Übernachten in der Nähe

Wer nicht um 2:30 Uhr losfahren möchte, übernachtet am besten direkt in Garmisch-Partenkirchen. Von dort aus bist du in wenigen Minuten am Geroldsee.

Empfehlung

Übernachten in Garmisch-Partenkirchen

Wer früh am Geroldsee sein will, übernachtet am besten direkt in Garmisch-Partenkirchen – dann sind es nur noch wenige Minuten bis zum See.

Wie komme ich zum Geroldsee?

Der Geroldsee liegt im Ortsteil Gerold der Gemeinde Krün, etwa 15 km nördlich von Garmisch-Partenkirchen. Die Anreise funktioniert am besten mit dem Auto – mit der Bahn ist die letzte Meile schwierig.

Mit dem Auto: Von München über die A95 Richtung Garmisch, Ausfahrt Eschenlohe, dann über die B2 nach Klais und nach Gerold. Gesamtfahrzeit ca. 1,5 Stunden.

Parken: Entweder auf dem Parkplatz Gerold (kostenpflichtig, direkt am Ort) oder etwas weiter am Parkplatz Barmsee. Vom Parkplatz sind es ca. 10–15 Minuten Fußweg zum See.

Tipp für frühe Anreise: Plane mindestens zwei Stunden vor Sonnenaufgang ein. Der Weg ist im Dunkeln gut begehbar, aber eine Stirnlampe ist empfehlenswert.

FAQ – Häufige Fragen zum Geroldsee

Ist der Geroldsee kostenlos zugänglich? Ja, der See selbst ist frei zugänglich. Lediglich der Parkplatz ist kostenpflichtig.

Gibt es am Geroldsee eine Einkehrmöglichkeit? Das Gasthaus Gerold in der Nähe hat je nach Saison geöffnet. Für frühe Sonnenaufgänge solltest du aber besser selbst Verpflegung mitnehmen.

Darf ich am Geroldsee schwimmen? Ja, im Sommer ist das Baden erlaubt und sehr beliebt. Für Fotografen empfiehlt sich die frühe Morgenstunde, bevor der Badebetrieb beginnt.