Der Orton Effekt mit Photoshop

Orton Effekt mit Photoshop – Wie du Stimmung schaffen kannst

Drei einfache und schnelle Methoden für einen märchenhaften Look!

Wenn du wissen möchtest, wie du deinen Landschaftsaufnahmen einen malerischen oder auch märchenhaften Look verleihen kannst, dann bist du hier richtig! In dem nachfolgenden Beitrag erkläre ich dir, wie du den Orton Effekt mit Photoshop anwenden kannst, um die Stimmung deiner Aufnahmen deutlich zu erhöhen. Du lernst drei unterschiedliche Methoden kennen, die dich alle zum gleichen Ergebnis führen, aber doch leicht unterschiedlich aussehen können. Da jeder seine Vorlieben hat, empfehle ich dir, dass du alle drei Methoden ausprobierst und dann entscheidest, welche dieser Methoden für dich besser ist!

Für welche Art von Aufnahmen eignet sich der Orton Effekt?

Prinzipiell sind Landschaftsaufnahmen wirklich sehr gut geeignet, um den Orton Effekt anzuwenden. Beachte bitte jedoch, dass aber nicht alle Landschaftsaufnahmen gleichermaßen geeignet sind, um den Effekt anzuwenden. Idealerweise nutzt du den Orton Effekt bei Aufnahmen mit Nebel, Wolken, interessanten Lichteinfällen, Wasser oder Wasserfällen. Bei diesen Aufnahmen wirst du deutliche Qualitätssprünge haben! Aufnahmen mit einem rein blauen Himmel sind daher weniger gut dafür geeignet. Ich empfehle dir aber dennoch, dich nicht davon abschrecken zu lassen! Probiere den Orton Effekt ruhig einmal aus und vergleiche die Vorher – Nachher Bilder, so wirst du schnell ein Gefühl dafür bekommen, welche Aufnahmen sich für den Effekt eignen.

1 – Methode

Öffne dein Bild deiner Wahl und kopiere zunächst die Hintergrundebene. Dabei drückst du mit gedrückter linker Maustaste auf die Hintergrundebene und ziehst diese Ebene auf das dargestellte Symbol.

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Das ganze machst du zwei mal, sodass du dann drei Ebenen hast (Hintergrund, Hintergrund Kopie und Hintergrund Kopie 2). Nun wählst du die obere Ebene aus und änderst den Ebenenmodus in Negativ multiplizieren. Das Bild wird dadurch entsprechend etwas aufgehellt.

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Nun fügen wir beide Kopien wieder zusammen, ganz einfach funktioniert das mit dem Tastaturkürzel STRG (CMD) + E. Insgesamt hast du nun also wieder zwei Ebenen (Hintergrund und Hintergrund Kopie). Diese Ebene kopierst du erneut, wie das geht hast du bereits im ersten Schritt gelernt. Anschließend gehst du oben in der Menuleiste auf Filter » Weichzeignungsfilter » Gaußcher Weichzeichner. Es öffnet sich ein kleines Fenster wo du nur einen Wert, nämlich den Radius in Pixel einstellen kannst.

Welchen Wert du einstellst, hängt von der Auflösung deines Bildes ab. Meine Bilder erstelle ich üblicherweise mit 36 Megapixeln, hier hat sich daher ein Radius von 25 bis 35 bewährt. Je geringer deine Auflösung ist desto geriner sollte der Radius sein. Aber keine Sorge, ob du nun einen Wert von 20 oder 23 einstellst, das spielt keine Rolle. Mache dich bei den Werten also nicht verrückt!

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Bestätige das ganze nun mit einem Klick auf OK. Ändere nun den Ebenenmodus auf Multiplizieren (siehe Bild 2) und füge die oberen beiden Ebenen zusammen, nutze hierzu das Tastaturkürzel STRG (CMD) + E. Im Grunde sind wir auch schon am Ende der ersten Methode des Orton Effekts angekommen. Natürlich sieht dieser Effekt noch etwas unnatürlich und übertrieben aus, daher reduziere die Deckkraft der Ebene einfach ein wenig, bis du mit dem Resultat zufrieden bist. Reduziere die Deckkraft ruhig auf 10 bis 20%.

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2 – Methode

Die zweite Methode des Orton Effekts startet ebenfalls damit, dass du die Hintergrundebene zunächst kopierst. Anschließend gehst du direkt oben in die Menuleiste und wählst ebenfalls Filter » Weichzeichnungsfilter » Gaußcher Weichnzeichner aus. Nun öffnet sich ebenfalls wieder ein kleines Fenster, wo du den Radius verändern kannst. Welchen Radius du idealerweise einstellst, hast du bereits in der ersten Methode kennengelernt.

Nun bestätigst du das ganze mit einem Klick auf OK und gehst wieder oben in die Menuleiste und wählst Ebene » Neue Einstellungsebene » Tonwertkorrektur aus.

Hier sind die gelb markierten Regler wichtig für die weitere Anpassung. Der Regler ganz rechts steuert die Lichter und diesen ziehen wir ein ganz klein wenig nach links. Wie weit du diesen Regler nach links ziehst, hängt von deinem Bild ab. Achte immer auf dein Ausgangsmaterial, sobald du den Regler nach links ziehst und in deinem Bild ausgefressene Stellen (idR im Himmel) siehst, bist du schon etwas zu weit. In diesem Fall ziehe den Regler wieder ein ganz klein wenig zurück und hast die ideale Einstellung gefunden.

Nun schaust du dir den Regler in der Mitte an, dieser steuert die Mitteltöne und diesen Regler schiebst du ein ganz klein wenig nach rechts. Dadurch wird dein Bild etwas abgedunkelt, wie du es auch schon von der ersten Methode her kennst. Wie weit du den Regler verschiebst bleibt im Endeffekt auch dir wieder überlassen, standardmäßig steht dieser Wert auf 1,0, du kannst ihn aber auch gerne auf 0,9 bis 0,8 reduzieren, es sollte jedoch nicht zu dunkel sei. Achte auch hier bitte unbedingt auf dein Ausgangsbild.

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Erstelle nun eine Schnittmaske (siehe oberes Bild). Standardmäßig wird nun die Einstellungsebene aktiviert sein, mit gedrückter STRG (CMD) Taste klickst du nun auf die direkt darunterliegende Ebene (idR Hintergrund Kopie). Mit dem Tastaturkürzel STRG (CMD) + G erstellst du eine Gruppe in dieser sich beide Ebenen befinden. Nun reduzierst du noch die Deckkraft dieser Gruppe auf 10 bis maximal 20% und bist nun fertig.

3 – Methode

Für diese Methode benötigst du die NIK Collection, die 2016er Version kannst du dir hier kostenlos herunterladen und ist für diese Zwecke völlig ausreichend. Es besteht aus mehreren Plugins die man in Photoshop oder Lightroom nutzen kann. Für den Orton Effekt benötigst du das Plugin Color Efex Pro. Wenn du die NIK Collection installiert hast, öffnest du Color Efex Pro. Nachdem sich das Modul geöffnet hat, siehst du links welche Filter dir zur Verfügung stehen. Achte das oben ALLE aktiviert ist. Wähle nun den Sunlight Filter aus.

Rechts kannst du nun deine Einstellungen treffen. Wähle bei Helligkeit, Kontrast und Sättigung 0% aus. Spiele einfach nur mit dem Wert der Lichtstärke, standardmäßig sind 20% eingestellt, gerne kannst du höhere oder kleinere Werte einstellen, wobei 20% schon einen guten Wert darstellen. Die Lichttempertur kannst du bei dem Wert von 5310K belassen. Bestätige das ganze nun mit einem Klick auf OK.

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In Photoshop wird nun automatisch eine neue Ebene erstellst die du weiter modifizieren kannst. Auch hier wird der Orton Effekt wahrscheinlich etwas zu stark sein, sodass du auch hier wieder die Deckkraft reduzieren musst.

Abschließend habe ich vier Bilder für dich wo du einen schönen Vergleich der einzelnen Methoden sehen kannst. Wie zu Anfang erwähnt, sind alle Methoden etwas unterschiedlich führen aber letztendlich zum gleichen Effekt, nämlich zu einem märchenhaften und stimmungsvollem Landschaftsbild.

Nun bist du dran!
Benutzt du den Orton Effekt für deine Bilder? Welche Methode gefällt dir am besten? Schreib es mir gerne in die Kommentare!

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3 Kommentare
  1. Andreas Hundeborn
    Andreas Hundeborn says:

    Hi,
    der Orton Effekt ist bei Landschaften eine wunderbares Mittel um Stimmung zu erzeugen, da stimme ich Dir zu. Ich mag den Effekt obwohl man auch aufpassen muss es damit nicht zu übertreiben. :-)
    Gruß
    Andreas

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